2CV-Produktionseinstellung

Der letzte 2CV lief im portugiesischen Werk Mangualde am 27. Juli 1990 um Punkt 16 Uhr vom Band. Es war eine "Charleston" schwarz/grau lackiert.
Die Werke Levallois und Mangualde nach über 40 Jahren 2CV-Produktion
"Man hat dieses Kultauto wie einen Hund für Generationen verscharrt" schreibt die ADAC Motorwelt im August 1990 als die Produktion des 2CV nach knapp 7 Millionen Einheiten im Werk Mangualde (Portugal) entgültig eingestellt wurde.
Dort fällt am 27. Juli 1990 um Punkt 16 Uhr der letzte Vorhang: Nach 6.972.583 seit 1949 produzierten 2CV`s und deren Artverwandten ist die allerletzte Ente vom Band gelaufen. Der von Citroen in Paris geplante Akt eines Trauerspiels. Erstaunlich ist, dass seit der Schließung des Stammwerkes in Frankreich (Paris-Levallois) im Februar 1988 überhaupt noch ein Produktionsstandort neue 2CV`s ausliefert. Im Prinzip nichts anderes als kluge Züge von Citroen: Aus Furcht vor Protesten scheut man einen vollständigen Produktionsstop des 2CV, daher geht die Fertigung in Portugal (vorerst) weiter.
Doch im Werk Portugal (Mangualde) ist an eine wirtschaftliche und rentable Fertigung nicht zu denken. Das Werk dort ist eigentlich ein reines Endmontagewerk für Komponenten, Kabelbäume etc. Es herrscht vorwiegend Handarbeit, wenige automatisierte Arbeitsabläufe. Zwar geben sich die Arbeiter Mühe und arbeiten mit Sorgfalt, aber die Fertigungsqualität des Werkes Levallois wird dort nie erreicht. Der Transport erfolgt per Schiff, so bekam schon manche Ente während der Übersee-Reise Flugrost. Somit verschärft sich die Situation nochmals durch kostspielige Garantiearbeiten und durch zurückgehende Nachfrage der Portugal-Enten.
Für Citroen nicht ohne Konsequenz. Trotzdem werden für die Modelljahre 1989 und 1990 Weiterentwicklungen wie verbesserte Motordämmung und Anzeige für die Scheinwerferregulierung vorgenommen.
Trotzdem: Im Oktober 1989 kündigte die Citroen-Zentrale den deutschen Händlern ein Ende des 2CV für Mitte 1990 an! Ganz genau so kommt es auch: Obwohl sich der damalige Citroen-Vorstand für Deutschland zum wiederholten Male für eine Aufrechterhaltung der Ente einsetzt und in die Konzernzentrale von Citroen reist, können ab 10. April 1990 keine neuen Enten mehr bestellt werden. Bis zum 27. Juli 1990 bearbeitet man in Portugal noch bereits eingegangene Aufträge.
Ein Kamerateam aus Paris reiste nach Mangualde, um die Fertigung des letzten 2CV`s zu dokumentieren. Citroen unternimmt offiziell nicht mehr, um das Auto zu verabschieden, dass fast 42 Jahre relativ unverändert gebaut wurde. Wie oben bereits erwähnt, wurden von den "normalen" 2CV`s weltweit 5.114.966 produziert, mit den Ablegern Dyane, Mèhari waren es 6.972.583
Die Belegschaft jedoch ist sich über diesen historischen Augenblick bewusst. Es ist ohnehin Schade, dass die Ente nicht in ihrem heimischen Exil sterben dürfte, nur weil sie in Frankreich nicht mehr genügend Geld einbrachte. Trotzdem sollten die letzten Ente(n) ihren Weg nicht alleine gehen: Die örtliche Feuerwehrkapelle wurde ins Werk bestellt, und wie der letzte 2CV entgültig das Werk verlassen hatte, versammelten sich die Mitarbeiter zum Gruppenbild, anschließend gemeinsames Essen in der Kantine - das war es dann.

Ausschnitte aus der 2CV-Produktion Werk Mangualde (Portugal)

Das Werk Mangualde heute: Als einziges portugiesisches Werk der >>PEUGEOT CITROEN AUTOMEVEIS PORTUGAL SA<< ist dieses Werk 15 Jahre nach der Entenproduktion stark angewachsen: In den 90ern wurde beachtlich investiert, heute produzieren über 1.200 Mitarbeiter über 50.000 PKW`s in Mangualde. (Citroen Berlingo, Peugeot Partner) Die Fertigungskapazität hat sich damit verdoppelt.
Die Ente: Große Sehnsucht nach einem Nachfolger: Die Fangemeinde trauerte dem Ende der Ente nach und hoffte immer wieder auf eine Neuauflage des Kultmobils. Mit dem Pluriel wurde zumindest eine ähnliche Neuinterpretation geschaffen, aber den Kultstatus der "richtigen" Ente, dem 2CV wird er wohl niemals erreichen.
Kostenlose Homepage von Beepworld